Angekommen in Südafrika. Das erste Mal ohne Uschi. Wieder ein sogenanntes "Erstes Mal ohne ...". Meine Gefühle sind gemischt. Trotzdem hat sich die Traurigkeit gelegt. Das liegt einfach an diesem tollen Land mit seinen offenen und herzlichen Menschen. Diese Reise führte mich in der ersten Woche an verschiedene Orte, die wir früher gemeinsam besuchten. Meine Stimmung verwandelte sich in Dankbarkeit. Ich bin dankbar dafür, dass früher mit Uschi erlebt zu haben. Und ich bin dankbar, meine Reise als ein Retreat vom Alltag annehmen zu können. Nur mit diesem Abstand von Zuhause kann ich mich neu sortieren und neu ausrichten. Diese Reise ist in zwei Blöcke geteilt. Zuerst bin ich sechs Wochen mit der Inge unterwegs, dazu gleich mehr. Über Weihnachten Und Neujahr werde ich mit einer tollen Familie unterwegs sein, die im Laufe der Jahre auch zu meiner Familie wurden.
Ob ich einen Blog schreibe, war lange offen. Insgesamt waren die letzten Tage vor dem Flug ziemlich ungeplant. Das passt eigentlich nicht zu mir. Unmittelbar vor der Reise machte ich noch einen Kurzurlaub mit dem Wohnwagen. Der Wohnwagen steht nun im Winterquartier. Dann hat mich Zuhause noch jemand "gefunden" und meine Planungen ziemlich auf den Kopf gestellt.
Es gab liebe Nachfragen, wo denn meine Berichte bleiben. So habe ich ziemlich überstürzt eine neue Domain beantragt und in der ersten Woche mit Leben gefüllt.
Wer ist Inge? Unterwegs bin ich mit Inge. Im nächsten Jahr kennen wir uns bereits 50 Jahre. Sie ist eine Jugendfreundin und uns verband damals eine lange Brieffreundschaft. In einer Zeit, als man noch mit Füller auf Papier schrieb und die Briefe mit der Post verschicken musste. Wir hatten beide eine Jugend, die nicht so unbeschwert war, wie es andere erleben durften. So hatten wir uns durch die Briefe viel ausgetauscht und gegenseitig Trost gespendet.
Inge hatte vor wenigen Jahren eine schwere Krankheit überstanden. Die Art, wie sie sich zurück ins Leben gekämpft hatte, machten Uschi und mir Mut und Hoffnung. Uschi und Inge tauschten sich fast bis zum Schluss regelmäßig aus. Dafür bin ich Inge unendlich dankbar. Jetzt gebe ich einen Teil zurück, in dem ich ihr dieses tolle Land näher bringe und zu einem hoffentlich unvergesslichen Erlebnis mache. Gefühlt bin ich mit meiner Schwester unterwegs. Auch wir sind Familie, wenn auch nicht biologisch verwandt.
Unterwegs sind wir mit einem VW T-ROC. Die erste Tankfüllung ist bereits durch. Wir haben eine Unterkunft in Somerset West, einem ruhigen Städtchen, das etwa 40 Kilometer von Kapstadt entfernt liegt. Von hier aus machten wir tägliche Ausflüge. Bisher waren das der Besuch des Neighbourgoods Market in Woodstock, die Fahrt zur Noon Gun auf dem Signal Hill und der Besuch der Waterfront von Kapstadt am ersten Tag. Es folgten Ausflüge zum Weingut Vergelegen, der Olivenfarm Mogenstar und der Besuch einer Cheetah Auffangstation. Am Sonntag nutzen wir den roten Bus, um eine Stadtrundfahrt zu machen. Am nächsten Tag fuhren wir der False Bay entlang bis zum Kap der Guten Hoffnung. Dort gab es einige touristische Höhepunkte, zum Beispiel die Pinguin Kolonie. Das Highlight bis jetzt war das Besteigen des Lion's Heads, einem der Hausberge Kapstadts. Der gestrige Tag führte uns in den Kirstenbosch Garden, einem botanischen Garten. Ab jetzt folgt wieder eine tägliche Zusammenfassung.