In der Nacht hatte es geregnet. Das passiert hier sehr selten. Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen das dringend. Und bis zum Nachmittag kam immer wieder was runter. Am Morgen gab es kein eigenes Frühstück. Wir gingen zum Frühstücksraum und hatten so ein guten Einstieg in den Tag. Pro Person bezahlten wir 175 Rand. Das sind umgerechnet 8,75 Euro für ein Hotelfrühstück! Und es fehlte an nichts dabei. Wieder keine Barzahlung, hier geht fast alles "auf Karte".
Für 10:00 Uhr hatten wir eine Tour in der Cango Cave, einer Tropfsteinhöhle, gebucht. Diese Höhle besteht aus einem öffentlichen Teil mit sechs "Hallen" und einer Erweiterung für Abenteurer. Diese Erweiterung darf nur machen, wer den Test am Pavillon besteht. Hier ist die engste Stelle nachgebildet. Spoiler: Inge und ich konnten uns uns nicht für die Erweiterung qualifizieren.
Die im Eingangsbereich der Höhle gemachten Funde belegen eine lange menschliche Nutzung der Höhle seit etwa 10.000 Jahren. Die Höhle war im Eingangsbereich durch Buschmänner bewohnt. Eine Szene ist dort nachgestellt. Die Buschmänner gaben der Region übrigens auch ihren Namen "Cango", was soviel wie wasserreiches Gebiet bedeutet.
Im Jahr 1780 erfolgte die Entdeckung der Höhle durch einen Hirten. Im selben Jahr erkundete ein Farmer den Beginn der ersten Kammer des Höhlensystems direkt hinter dem Eingang. 1792 wurde die Höhle weiter erkundet und eine zweite Kammer entdeckt. Ab 1972 wurden weitere Abschnitte entdeckt und das System nach und nach erschlossen.
Hier gab es auch ein paar fast unscheinbare Reste von Höhlenmalereien. Unser Guide Erik gesellte sich dazu und stellte sich vor. Wir waren eine ziemlich gemischte Gruppe. Ein paar Deutsche waren dabei. Vom Dialekt konnte ich noch Schweizer und Österreicher heraus hören. Kanadier, Amerikaner und Hindus gehörten ebenfalls zur Gruppe. Die Hindus sprach der Guide direkt an. Sein eigentlicher Name ist in Xhosa für mich unaussprechlich, da er zwei Klicklaute enthielt. Er sagte, dass sein Name in Hindi wie Erik klingt. Also sollen wir ihn alle Erik nennen.
Wir gingen durch verschiedene Bereiche der Höhle. Es gab immer genug Licht für Fotos, denn Erik schaltete die entsprechende Beleuchtung ein. Nun folgen einige Impressionen aus den ersten Hallen.
Das ganze Jahr über herrschen 19 Grad in der Höhle. Man kann die Tour also bequem im T-Shirt machen. Erik erklärte viel über die Entstehung dieser ganzen "Kunstwerke". Die zweite Halle ist sehr groß und hat eine beeindruckende Akustik. Früher fanden hier sogar Konzerte statt. Doch die Besucher hatten hier Vandalismus betrieben und Teile der Struktur abgebrochen und als Mitbringsel mitgenommen. Somit wurden Konzerte untersagt. Einzig die Guides dürfen hier ihre Gruppe mit einem Lied erfreuen. Hier eine kleine Kostprobe von Erik, der in Xhosa mit Klicklauten für uns sang:
Die Tour dauerte mit einem kleinen Besuch in einem Shop etwa 90 Minuten. Es war ein tolles Erlebnis. Draußen regnete es wieder. Der zweite Teil des Tages sollte uns eine besondere Passstraße näher bringen - den Swartbergpass. Durch den Regen wurde es zumindest nicht weiter staubig. So schön der Pass auch ist, er ist anstrengend. Man muss konzentriert fahren, weil es keine Begrenzungen zu den Schluchten gibt. Und die Schotterpiste war ganz schön zerfahren und holprig. Je höher man kam, desto weniger Sichtweite war vorhanden, wir waren in den Wolken.
Das Ziel war Prince Albert - ein romantisches und verschlafenes Örtchen am Ende der Welt. Ab dort schien die Sonne und auch auf der Rückfahrt war es fast wolkenlos.
Wir kehrten dort in dem kleinen Lokal "Lazy Lizzard" ein. Topp Küche und super freundliche Menschen.Hier waren Shop und Restaurant wieder toll kombiniert.
Nach einem ziemlich scharfen Chicken Curry ging es über eine weitere Passstraße zurück. Es war ein großer Umweg, dafür aber geteert und gut ausgebaut. Ein Zwischenziel war ein Wasserfall.
Der Wasserfall war etwas enttäuschend. Der Weg dorthin war anstrengend. Wir mussten klettern. Und dann war da nur ein bisschen Wasser von oben. Hier geht es auf Sommer zu und das Wasser wird knapp. Das könnte eine Erklärung sein. Der Rückweg war entspannt und der Abend auch.
Heute stelle ich den Blog bereits jetzt ein. Morgen wird es knapp. Eine gebuchte Erdmänchentour um 5:00 Uhr, Koffer verladen und Reisetag zum nächsten Ziel. Bis bald ....
Kommentar hinzufügen
Kommentare
Hallo Acor, ein toller Bericht mit schönen Bildern. Die machen das Geschriebene sehr anschaulich. Weiter viel Spass und tolle Erlebnisse. Hier gab es Nachmittag Schnee mit Regen. Liebe. Grüße Birgit
Schöne Impressionen !!!
Ein sehr plastischer Bericht und beeindruckende Bilder.