Heute schreibt er wieder 😎😉.
Lange war es ruhig. Meine Campingsaison hat spät begonnen. Der Wohnwagen hat Gasprüfung und TÜV geschafft und "Carlos", das neue Zugfahrzeug ist da. Fortuna Camping am Neckar.
Nach zwei Tagen der Eingewöhnung war ich endlich im Urlaubsmodus. Der Plan für heute war einfach - Cabrio fahren ☀️😉👍
Zunächst hatte ich den Flugplatz besucht, an dem mein damaliger Verein ansässig war. Hier hatte ich ja 1977 den PPL-A (Motorflugschein) gemacht. Für den Fall, dass ich einen Rundflug buche, hatte ich mir extra Geld abgehoben. Der Weg zum "Platz" war mir immer noch vertraut, nur wenig hat sich in der Gegend verändert. Im Gegensatz zum Flugplatz.
Am Wochenende war dort früher die Hölle los. Reger Flugbetrieb, viele Besucher und ein gutgehendes Restaurant mit Außenterrasse. Davon war nichts mehr zu sehen. Die Flugzeughallen, wo auch meine Schulungsmaschine (eine Cessna 150 mit der Kennung D-EBZO) stand, verwaist und runtergekommen. Den Verein scheint es nicht mehr zu geben.
Leicht enttäuscht beschloss ich meine Cabrio Runde weiter zu drehen. Auf Facebook bin ich in einer Gruppe, in der Burgen und Schlösser beschrieben werden. So kam ich auf Wertheim. Das war etwa eine Stunde entfernt, die Strecke und das Wetter waren toll.
Eine einst prächtige Burg, die im 30jährigen Krieg geschliffen wurde. Auch als Ruine ist sie heute noch beeindruckend. Und es finden dort sehr viele Veranstaltungen statt, also Konzerte und Theateraufführungen. Sie liegt über der Altstadt von Wertheim.
Die Altstadt war sehr schön. Warum sie so gut erhalten ist, dazu später mehr. Schnell fand ich den Aufstieg zur Burg. Und der war richtig steil. Teilweise führten Treppen aus Buntsandstein nach oben. Alle Stufen waren ungewohnt von der Schritthöhe. Es waren hohe Stufen, dabei waren die Menschen damals doch viel kleiner 🤔 als heute.
Auch in der Ruine war es ein Auf- und Ab über viele Treppen. Die Wege waren unübersichtlich. So wurde ich, als ich ziemlich weit oben stand, von einem Mann aus der mittleren Ebene gefragt, wie man dorthin kommt. Ich erklärte es ihm.
Der Eintritt war übrigens frei, weil so viele Baugerüste aufgestellt waren. Nach meinem Rundgang ging es ins Burgrestaurant. Ich konnte einen Tisch am Rand mit Ausblick auf die Altstadt ergattern. Ich bestellte mir Fränkische Würstchen mit Brot und einem Bier 🍺.
Dann gesellte sich der Mann, dem ich den Weg erklärt hatte, dazu. Kurz darauf setzte sich ein weiterer Mann zu uns. Die sind ja gut drauf hier. So hatte ich eine gute Unterhaltung. Der zweite Mann war Urlauber und wartete auf die Freigabe seines Hotelzimmers. Der dritte Mann war Stadt- und Burgführer und gönnte sich sein Feierabendbier.
Es war eine sehr informative Unterhaltung. Zum Nulltarif bekamen wir von ihm etwas zur Geschichte der Stadt und der Burg erzählt. Zum Beispiel: In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wäre Wertheim fast zerstört worden. In einem Vorort geriet die US Armee in Kämpfe mit 16 bis 17jährigen Jungen ohne militärische Ausbildung. Das war Ostern 1945, kurz vor Kriegsende. Der Vorort wurde damals zerstört.
Das wollten beherzte Bürger der Stadt nicht und lehnten sich gehen den Bürgermeister und dem verbissenen Dorfpolizisten auf. Eine weiße Fahne wurde auf der Burg gehisst. Der Polizist sorgte dafür, dass diese wieder entfernt wurde. Es wurde weiter debattiert und die Fahne wurde wieder gehisst. Darauf stand damals die Todesstrafe. Die US Armee übernahm die Stadt ohne ein Gebäude zu zerstören.
Nach dem Krieg siedelten sich in Wertheim Flüchtlinge an. Diese brachten ihre Erfahrungen in der Herstellung und Verarbeitung von Glas ein. Im April 1950 wurde dort das erste Glas geblasen. Zu sehen ist diese Geschichte im Glasmuseum direkt an der Altstadt.
Als ein Turmfalke laut schreiend in einen Turm flog, erklärte der andere Fremde den Unterschied zwischen Turmfalken und Wanderfalken. Es stellte sich heraus, es war ein pensionierter Lehrer.
Nach dem Abstieg schaute ich mir noch die Altstadt an. Es waren tolle historische Häuser zu sehen. Enge Gassen und viel Fachwerkbau. Ein toller Ort.
Bei 22 Grad ging es wieder zurück. Unterwegs fand ich noch eine ausgestellte Lok, die zum Foto einlud. Das war in Mudau. Diese Wanderbahn verkehrte damals zwischen Mudau und Mosbach.
Den Abend schloss ich mit einer leckeren Jägerpfanne aus dem Wok ab. Und natürlich einem Bier. Das Essen reicht für die nächsten Tage.
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Kommentare
Ein , wie immer , toll geschriebener Bloog mit wunderschönen Fotos👋.
Danke, dass du mich per Blog an deiner Reise teilhaben lässt
Oh wie habe ich deine Geschichten vermisst.
Danke für diesen tollen Blog und die schönen Bilder.
Bis hoffentlich bald. 🤗
Acor-immer noch für eine Überraschung gut-sogar einen Motorflugschein hast du mal gemacht. Du bist schon ein Tausendsassa!
Weiterhin eine schöne Zeit und viele Begegnungen mit interessanten Menschen!